Lindenberg Chiefs krönen irre Aufholjagd mit Titel – 8:7 nach Penaltyschießen gegen die Black Flyers Ravensburg
Was für ein Finale, was für ein Drama: Die Lindenberg Chiefs sind Meister der WAEL-Saison 2025/2026. In einem denkwürdigen Endspiel am 1. Februar setzten sie sich vor rund 80 Zuschauern nach einem völlig verrückten Spielverlauf mit 8:7 nach Penaltyschießen gegen die Black Flyers Ravensburg durch.
Dabei war die Ausgangslage klar: Die Black Flyers gingen als Vorrundensieger ins Finale, die Chiefs als Zweitplatzierte – und mit der bitteren Erinnerung an die deutliche 2:8-Niederlage vom ersten Spieltag im November. Die Revanche war also angerichtet.
Früher Druck, Chiefs finden ins Spiel
Die Black Flyers legten von Beginn an ein hohes Tempo vor und setzten die Chiefs in den ersten Minuten unter Druck. Folgerichtig fiel nach knapp acht Minuten das 0:1 aus Lindenberger Sicht. Doch die Chiefs ließen sich davon nicht beeindrucken, stellten sich besser auf das Spiel ein und kamen über ihre konditionellen Stärken zurück. In der 17. Minute belohnte Ben Schaal die Bemühungen mit dem 1:1-Ausgleich. Mit diesem Spielstand ging es in die erste Drittelpause – mit dem Gefühl, dass für Lindenberg mehr drin ist.
Rückschläge – und ein wichtiges Lebenszeichen
Im zweiten Drittel erwischten die Chiefs den besseren Start. Nico Rampp brachte sein Team in der 25. Minute auf Vorlage von Elia Feistle mit 2:1 in Führung. Doch Ravensburg schlug zurück: Ausgleich in der 28. Minute, anschließend das 3:2 (36.) und wenig später sogar das 4:2. Als die Flyers in der 39. Minute noch auf 5:2 erhöhten, schien das Spiel den Chiefs zu entgleiten.
Umso wichtiger war das, was dann folgte: Julian Grützmann traf 30 Sekunden vor Drittelende auf Vorlage von Elia Feistle zum 3:5. Ein Tor, das sich später als mentaler Wendepunkt erweisen sollte.
Alles oder nichts – und ein unglaubliches Comeback
Mit dem Rücken zur Wand gingen die Chiefs ins dritte Drittel. Meister oder nichts – das war die klare Ansage. Und Lindenberg lieferte.
In der 42. Minute erzielte Simon Lehmann auf Vorlage von Julian Grützmann das 4:5, fünf Minuten später glich Sebastian Höss zum 5:5 aus. Die Chiefs hatten jetzt klar das Momentum auf ihrer Seite. In der 53. Minute hämmerte Ben Schaal folgerichtig einen flachen Schlagschuss von der blauen Linie zur 6:5-Führung ins Netz. Als Simon Lehmann nur zwei Minuten später auf Vorlage von Julian Grützmann sogar auf 7:5 erhöhte, schien der Titel zum Greifen nah.
Drei Sekunden, die alles änderten
Doch das Finale hatte noch ein letztes Kapitel parat. Nur 20 Sekunden nach dem 7:5 erzielten die Black Flyers den Anschluss zum 7:6. Die Chiefs verteidigten in der Schlussphase clever, hielten Ravensburg weitgehend vom eigenen Tor fern und spielten in den letzten Sekunden die Zeit herunter.
Dann die kuriose Szene: Die Scheibe prallte in der Rundung unglücklich an den Schlittschuh von Elia Feistle und trudelte direkt vors Tor – genau in den Lauf von Thomas Botzenhardt, der drei Sekunden vor Schluss zum 7:7 für die Black Flyers einschob. Ungläubiges Staunen auf und neben dem Eis.
Entscheidung im Penaltyschießen
Im anschließenden Penaltyschießen wurde es nicht weniger nervenaufreibend. Die Chiefs vergaben ihren ersten Versuch, die Black Flyers trafen. Doch Lindenberg blieb ruhig: Treffer im zweiten und dritten Anlauf, während Ravensburg seine beiden folgenden Penalties nicht verwerten konnte. Damit war es entschieden – Sieg und Meisterschaft für Lindenberg.
Ein würdiger Meister
Nach 60 Minuten, Penaltyschießen und einer Achterbahnfahrt der Gefühle durften die Chiefs verdient jubeln. Ein Finale, das alles hatte: Rückschläge, Comeback, Drama bis zur letzten Sekunde – und einen Meister, der nie aufgegeben hat.
Die WAEL-Saison 2025/2026 endet damit mit einem echten Highlight am Eisplatz Lindenberg. Und auch wenn der sportliche Fokus der Chiefs künftig stärker auf der VEHL liegt, hat dieses Finale eindrucksvoll gezeigt, wie viel Herzblut und Spannung manchmal auch in der Westallgäu-Eishockey-Liga stecken kann.







